Buch Review: Building a Second Brain
Auf der Suche nach einem guten System, um sich Notizen aufzubauen, bin ich auf das Buch "Building a Second Brain" gestoßen. Das Buch beschreibt, welche Informationen überhaupt notiert und wie sie organisiert werden können.
Bisher hatte ich Notizen und Informationen in unterschiedlichen Apps gespeichert. So nutze ich beispielsweise als Lesetracker die App READO, für News lire und für spontane Gedanken einfach die Standard Notizen-App von Apple. Um von all meinen Geräten auf meine Notizen zugreifen zu können, habe ich auch an Obsidian gedacht. Dort ist es jedoch unter iOS nicht möglich, einen beliebigen Synchronisationsordner (bspw. eine Nextcloud) als Speicherort anzugeben. Damit fällt es für mich leider raus.
Daher habe ich mich für den Aufbau meines Notizen-Systems für die Anwendung Notion entschieden. Genau wie im Buch versuche ich von dem PARA-System (Projekte, Areas, Ressourcen, Archiv) Gebrauch zu machen. Kurzfristige, aktive Themen werden in diesem Kontext als Projekt bezeichnet und werden in Unterordnern unter Projekte gespeichert. Unter Areas werden Langzeitinteressen verstanden. Den Ressourcen-Abschnitt konnte ich persönlich noch nicht verwenden. Hier fehlt mir schlicht eine richtige Unterscheidung zu Areas. Im Buch wird dieser Ort vor allem für Bilder, Links, etc. reserviert. Alte Projekte und nicht benötigtes wird in das Archiv geschoben, um die anderen Ordner aufzuräumen.
Spannend fand ich den Gedanken, dass viele Menschen noch Notizen machen, als wenn Informationen eine Knappheit wären. Dabei sind Informationen im Überfluss vorhanden. Wir wurden durch den Blick der Konsumenten dazu gebracht, zu denken "je mehr Informationen, desto besser" - ohne Limit.
Außerdem habe ich im Alltag häufiger darauf geachtet, wann ich Notizen anfertige. Im Buch wird davon gesprochen, Informationen dann aufzuschreiben, wenn diese einen überrascht, verwundert oder in einem etwas auslöst. Für mich hat das bisher dazu geführt mehr darauf zu achten, welche Gedanken und Informationen notizwürdig sind.
Einige im Buch beschriebene Techniken habe ich schon intuitiv verwendet. So zum Beispiel die Hemingway Brücken. Diese werden bei längeren Projekten verwendet, die man nicht in einer Session fertiggestellt kriegt. Man gibt sich dann am Ende der Session jeweils Ansätze, Ideen und ToDos, die noch zu erledigen sind. Dadurch ist in der nächsten Session direkt klar, wo man starten kann. Das hat mir beispielsweise in der Masterarbeit sehr weitergeholfen, um den roten Faden zu behalten.
Hier noch ein kleiner Überblick über meine liebsten Zitate aus dem Buch:
- "Your system can look like chaos to others, but if it brings you progress and delight, then it's the right one"
- "Your singular perspective may patch some small hole in the vast tattered fabric of humanity"
- "We only know what we make"
- "Chase what excites you"
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. Es liest sich gut und der Aufbau ist sehr strukturiert. Tiago Forte beschreibt auch eigene Erfahrungen und bindet Bilder ein, um zu verdeutlichen, wie das System funktioniert.